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Lebenswelt Betrieb

Der Gesundheit von Beschäftigten wird auch in Zukunft, vor allem hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen, wie dem demografischen Wandel, dem Mangel an Fachkräften oder auch den Folgen der Pandemie eine immer wichtigere Rolle zukommen. Während in großen Betrieben meist finanzielle und personelle Ressourcen für den Arbeitsschutz, die betrieblichen Wiedereingliederung und die Gesundheitsförderung bestehen, sind kleine Unternehmen hier besonders stark gefordert. Hier fehlt es oft an den Ressourcen und der internen Organisation, weil vieles allein an der Führungskraft hängen bleibt. Bestehende Unterstützungsangebote werden mangels Kenntnis seltener genutzt.

In Sachsen haben sich Vertreterinnen und Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der Gesetzlichen Krankenversicherung, der Gesetzlichen Rentenversicherung, der Gesetzlichen Unfallversicherung, der Bundesagentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer und der Betriebsärzte in der Arbeitsgruppe Lebenswelt Betrieb zusammen geschlossen. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, insbesondere kleine und mittlere Betriebe über das große Thema "Gesundheit im Betrieb" zu informieren, Unterstützungsangebote vorzustellen und abgestimmt miteinander zu arbeiten.


Informationsstelle Gesundheit in der Arbeitswelt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Die Informationsstelle Gesundheit in der Arbeitswelt für KMU berät im Hinblick auf diese Lebenswelt.

Sie wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gefördert.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.


Anliegen

  • Die Informationsstelle dient als „Schaltstelle“, um trägerübergreifende Vorhaben zur Gesundheit im Betrieb insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe im Freistaat zu koordinieren und zu strukturieren.
  • Die Informationsstelle ermöglicht dabei eine ganzheitliche und regionalisierte Ansprache von Unternehmen und eine Entwicklung trägerübergreifender Strukturen.

Ziele

  • Sensibilisierung von Arbeitgebern und Multiplikatoren zur Gesundheit im Betrieb
  • Unterstützung der Zusammenarbeit und Vernetzung von regionalen Akteuren (Landkreise und kreisfreie Städte) innerhalb der bestehenden Beratungssysteme von gesetzlicher Krankenversicherung, gesetzlicher Unfallversicherung, gesetzlicher Rentenversicherung und Arbeitsschutzverwaltung
  • Erhöhung der Anzahl von Klein- und Mittelunternehmen in Sachsen, die Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung durchführen und passende Unterstützung erhalten

Schwerpunktaufgaben

  • In Ergänzung zur BGF-Koordinierungsstelle der gesetzlichen Krankenversicherung die Organisation landesweiter Aktivitäten zur betrieblichen Gesundheitsförderung für Multiplikatoren und Arbeitgeber in Kooperation mit den Sozialversicherungsträgern, Unternehmens- und Branchenverbänden sowie regionalen Kooperationspartnern.
  • Durchführung regionaler Informationsveranstaltungen in den Landkreisen und kreisfreien Städten
  • Überführung der betrieblichen Schwerpunktthemen der Gesundheitsziele (frühkindliche Bildung/Pflege)

Kontakt

Informationsstelle Gesundheit in der Arbeitswelt für KMU
c/o Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V.
Könneritzstraße 5 | 01067 Dresden

Nico Geiser
Projektkoordinator
Telefon: 0351 501936-54
E-Mail: geiser@slfg.de

Marlen Rogaczewski
Projektassistenz
Telefon: 0351 501936-56
E-Mail: rogaczewski@slfg.de

Anne Kretschmar
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0351 501936-26
E-Mail: kretschmar@slfg.de


Aktivitäten

Gemeinsam für gesunde Arbeit in Sachsen

Wie sollte Arbeit gestaltet sein, damit Beschäftigte gesund bleiben? Unter dem Leitgedanken „Wie gesund ist mein Betrieb? Gemeinsam für gesunde Arbeit“ wurden 2019 vier Informationsveranstaltungen in den Landkreisen Görlitz, Zwickau und Mittelsachsen sowie in der Stadt Leipzig durchgeführt. Die Veranstaltungen fanden am 27.08. in Görlitz, am 17.09. in Waldenburg, am 10.10. in Leipzig und am 28.11. in Döbeln statt.

Fachveranstaltung im Schloss Waldenburg ©SLfG

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erfuhren, wie sie bei einer gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung unterstützt werden können. Eine weitere Zielgruppe waren Multiplikatoren, z. B. Personalräte oder Gesundheitsbeauftragte der Unternehmen. Diese können die Informationen an KMU herantragen und diese für das Thema sensibilisieren.

Das Veranstaltungskonzept wurde an allen Orten bedarfsorientiert und jeweils mit regionalem Bezug, z. B. dem Praxisbeispiel und Steuerbüro umgesetzt.

Dr. Ingo Weinreich vom Institut für Gesundheit und Management führte mit seinem Impulsvortrag in das Thema Gesundheitsmanagement ein und zeigte die vielfältigen Facetten betrieblicher Gesundheitsförderung auf. Er empfiehlt Unternehmen, bei der Umsetzung von Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) auch die Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsabläufe, Arbeitsbeziehungen und Arbeitskultur im Blick zu haben.

Dr. Ingo Weinreich vom Institut für Gesundheit und Management ©SLfG

Im Anschluss stellten Akteure der Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung ihre Gesundheitsleistungen und Unterstützungsangebote vor. Die Teilnehmenden wurden darüber informiert, in welchen Situationen die Sozialversicherungsträger unterstützend aktiv sind und wer die jeweiligen Ansprechpartner sind.

Ein Steuerbüro gab Aufschluss darüber, wie kleine und mittlere Unternehmen bei einer gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung unterstützt werden können und welche steuerrechtlichen Fördermöglichkeiten zur Mitarbeitergesundheit dabei existieren.

Den anschließenden Markt der Möglichkeiten nutzten die Teilnehmenden zum Informieren und Netzwerken mit den Experten. Die Referenten und weiteren Akteure (u. a. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Agentur für Arbeit, Arbeitsschutzverwaltung, regionales Steuerbüro, Integrationsfachdienst, Dienstleistungsnetzwerk support) beantworteten Fragen und berieten an Thementischen zur betrieblichen Gesundheit u. a. psychischen Belastungen, Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, Rückengerechtes Arbeiten.

Markt der Möglichkeiten im Schloss Waldenburg ©SLfG

An der Auftaktveranstaltung in Görlitz nahmen über 60 Gäste teil. In Waldenburg entstand mit über 80 und in Leipzig mit fast 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein reger Austausch. In Döbeln folgten über 40 kleine und mittlere Unternehmen der Einladung zur Fachveranstaltung.

Während der Veranstaltungen gab es einen Austausch zwischen Unfallversicherung, Rentenversicherung, Arbeitsschutzverwaltung und Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Die Fachveranstaltungen fördern damit das gemeinsame Verständnis von Prävention in der Lebenswelt Betrieb und die Kenntnisse über Leistungen und Arbeitsweisen der Partner.


Aus der Praxis - Für die Praxis

Regionale Betriebe, überwiegend aus dem Bereich der KMU, stellten sich als Best-Practice-Beispiele vor und gaben den Teilnehmenden Tipps und Tricks auf dem Weg zum gesunden Betrieb.

Im Landkreis Mittelsachsen kam am späten Nachmittag Bewegung ins Volkshaus Döbeln. Kerstin Haase von der Diamant Fahrradwerke GmbH animierte nach der Mittagspause die Teilnehmenden zu einem aktivierenden Training. Danach berichtete sie über den bisher gegangenen Weg und gab Einblicke in die Arbeit des Steuerkreises sowie der Gesundheitspaten. Der Diamant Fahrradwerke GmbH ist es gelungen, Gesundheitsmaßnahmen und Aktionen aus der Verhaltens- und Verhältnisprävention zu kombinieren und damit den Krankenstand signifikant zu reduzieren, das Bewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für gesundes Arbeiten zu wecken und den Zusammenhalt im Team zu stärken. Sehr gut angenommen werden beispielsweise die bewegten Pausen (Radfahren, 5-Minuten-Training), die Gesundheitspoints (Trinken, Haltungswechsel) sowie die Bio-Kantine. Den Arbeitsalltag erleichtern ergonomische Fußbänke und PC-Mäuse, Zugluft-Schutz, ergonomisch angepasste Regale und Markierungen an Gabelstaplern für eine ergonomisch korrekte Bedienweise. Kerstin Haase ließ die Teilnehmenden ebenso an den Stolpersteinen und den Umgang mit diesen teilhaben und gab einen Ausblick in zukünftige Gesundheitsförderungsprojekte. Am Ende ihrer Ausführungen wurde deutlich: bei der Diamant GmbH dreht sich neben dem Rad auch viel um die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und -arbeiter.

Auf der Fachveranstaltung in Leipzig stellte Corinna Lentz von der NEL Neontechnik Elektroanlagen Leipzig GmbH erste BGF-Maßnahmen und deren Erfolge anschaulich dar.

Marko Seidler, Geschäftsführer Schwalbe Metallbau GmbH Mülsen im Landkreis Zwickau, berichtete in seinem Vortrag über erste Maßnahmen und Erfolge. In seinen Unternehmen fokussiert er sich auf Verbesserungen im Bereich IT, Kommunikation und Wertschätzung. Das Betriebsklima habe sich bereits merklich verbessert.

In Görlitz berichte Daniel Sernow von Expleo Technology Germany AG Görlitz von seinen Erfahrungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Externen Partnern unterstützen bei der Umsetzung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen. Die Mitarbeiter wurden von Anfang an einbezogen. Am Standort gibt es einen Gesundheitslotsen. BGM wird aktiv fortgesetzt und ständig erweitert.

Film ab!

Im Rahmen der Veranstaltung in Leipzig entstanden ein Imagefilm, der das Format der Veranstaltungen verdeutlicht. Ein Filmteam dokumentierte die Veranstaltung und fing Stimmungen und O-Töne ein.

Machen Sie sich selbst ein Bild: www.youtube.com/watch?v=LIz7vyOVtPc&feature=youtu.be

 

©shutterstock_Kzenon