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Lebenswelt älterer Menschen

Die Menschen in sächsischen Landgemeinden und Stadtteilen werden immer älter. Dies wirkt sich seit Jahren auf die gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Bedingungen vor Ort aus. Dies ist ein guter Grund, die Interessen der älter werdenden Menschen zunehmend in den Blick zu nehmen und gesundheitsförderliche Strategien gemeinsam zu stärken.


Die Beteiligten der Landesrahmenvereinbarung (LRV) streben eine flächendeckende und bedarfsbezogene Information und Beratung von beteiligten Akteuren im Zielbereich "Gesund im Alter" in Kommunen und Quartieren an.

Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Sachsen mit dem Arbeitsschwerpunkt "Gesund im Alter/Kommune" unterstützt die Strategieentwicklung sowie -umsetzung der LRV. Sie fokussiert dabei besonders das Thema der soziallagensensiblen Gesundheitsförderung.

Vor allem im Alter sind der direkte Wohn- und Lebensort sowie biographische Ereignisse entscheidend. Die meisten älteren Menschen in Sachsen wollen so lange wie möglich selbständig im gewohnten Zuhause leben, über ihre Form der Lebensqualität entscheiden und trotz altersbedingter Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Es gibt in Sachsen bereits gute kommunale Ansätze und vielfältige Ideen, wie ein gutes selbstbestimmtes Älterwerden unterstützt werden kann. Wir bieten an, Sie aus der Perspektive der Gesundheitsförderung und Prävention dabei zu unterstützen.

Kontakt:

Kathleen Dehner
Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit
c/o Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V.
Könneritzstraße 5 | 01067 Dresden

Arbeitsschwerpunkt: Gesund im Alter

Tel.: 0351 501936-55
E-Mail: dehner@slfg.de


Aktivitäten

Dialogforum und Ausstellungsbesichtigung "Was heißt schon alt?"

Im Rahmen einer regionalen Veranstaltung unter dem Dach der Landesrahmenvereinbarung (LRV) für den Freistaat Sachsen lud am 10. September 2019 der Caritasverband für das Dekanat Meißen e. V. ins Café Courage in Döbeln ein. Bei einem gesunden Frühstück hatten u. a. Pflegebedürftige, pflegende Angehörige, freiwillig in der Seniorenarbeit Engagierte und Auszubildende im Bereich der Altenpflege die Gelegenheit zusammenzukommen und miteinander zum Thema „Altersbilder“ in Dialog zu treten.

Die Wanderausstellung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Was heißt schon alt?“ gab Anlass, sich ein differenziertes Bild vom Altern zu machen und eigene Erfahrungen zu teilen. Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Sachsen „Gesund im Alter“ begleitete die Veranstaltung und sensibilisierte zum Thema Gesundheitsförderung im Alter. Ein reger Austausch entstand, wobei vor allem die Themen Bewegungsförderung, Stärkung von Generationenbeziehungen sowie die zahlreichen Potentiale des Alters in den Blick genommen wurden. „So etwas habe ich lange nicht mehr erlebt“, äußerte der älteste Teilnehmer der Runde.

Die Wanderausstellung ‚Was heißt schon alt?‘ fand regen Zuspruch ©SLfG

Der Vormittag wurde mit dem Kennenlernen der E-Rikscha des Projektes „Gemeinschaft erfahren“ des Caritasverbandes für das Dekanat Meißen e. V. abgerundet. Das Projekt verschränkt die Themen ehrenamtliches Engagement und Mobilität im Alter miteinander und ermöglicht auf innovative Weise gesellschaftliche Teilhabe.

Die E-Rikscha des Projektes ‚Gemeinschaft erfahren’ ©SLfG

Weitere Informationen zum Projekt „Gemeinschaft erfahren“ auch unter: www.demografie.sachsen.de/gemeinschaft-erfahren-9194.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Veranstaltung wurde gefördert unter dem Dach der Landesrahmenvereinbarung für den Freistaat Sachsen
gemäß § 20f SGB V zur Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention.

Leipzig geht mit gutem Beispiel voran - Gesundheitswerkstatt zu präventiven Hausbesuchen für ältere Menschen

Im Kontext der kommunalen Gesundheitsförderung für ältere Menschen in Leipzig haben sich am 13. Mai 2019 Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitsamtes, des Sozialamtes, der Seniorenhilfe, der Altenarbeit und Mitglieder des Seniorenbeirates, die Leipziger Seniorenbeauftragte sowie weitere relevante Akteure zur Gesundheitswerkstatt „Gesund im Alter mit präventiven Hausbesuchen“ zusammengefunden.

©SLfG

Das Konzept der präventiven Hausbesuche, was das lebenswerte Altern zu Hause in den Mittelpunkt stellt, ist dabei nicht neu. Neben zahlreichen Studien zur Wirksamkeit präventiver Hausbesuche aus Deutschland (u. a. Pflegeforschungsverbund Mitte-Süd, Deutsches Institut für Pflegeforschung e. V.) und aus anderen Ländern, gibt es unterschiedlichste praktische Ansätze in Deutschland. Der präventive Hausbesuch soll modellhaft in zwei Leipziger Stadtbezirken ab 2020 erprobt werden. Ältere Menschen sollen damit frühzeitig erreicht und informiert werden. Mit vorsorgender Beratung und Vermittlung zielt dieses Angebot darauf ab, die Autonomie älterer Menschen zu fördern, Stürze zu vermeiden, ihre Selbstpflegekompetenzen zu stärken sowie Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu thematisieren. Hausbesuche liefern wertvolle Informationen zu Betreuungs- und Alltagsbedarfen, welche wiederum in die kommunale Planung einfließen können.

Seit dem Leipziger Stadtratsbeschluss vom November 2018 trifft sich regelmäßig eine Steuerungsgruppe zur Konzept-
entwicklung eines Pilotprojektes zu präventiven Hausbesuchen, welches die Themenfelder Gesundheit, Wohnen, Pflege und Alltagsaktivitäten integrieren soll. Um den bisherigen Planungsstand mit den Expertinnen und Experten der Lebenswelt älterer Menschen zu teilen und fachlich zu erweitern, wurde gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Sachsen zu einem Arbeitstreffen im Leipziger Sozialamt eingeladen. Die Gesundheitswerkstatt bot Einblick in die Umsetzung präventiver Hausbesuche in Ulm und München und lieferte spannende Erkenntnisse einer Interventionsstudie aus Leipzig/Halle. Auch die WOGETRA teilte ihre Erfahrungen zu Hausbesuchen mit den Teilnehmenden.

Im Sinne einer partizipativen Strategie wurden federführend von der Koordinatorin des Leipziger Gesunde Städte-Netzwerkes im April bereits zwei Fokusgruppengespräche mit älteren Menschen in Leipziger Seniorenbüros umgesetzt. Sie kamen zu ihren Anliegen und Vorstellungen bezüglich präventiver Hausbesuche ins Gespräch und gaben damit elementare Perspektiven aus der Sicht der Zielgruppe wieder, die sowohl bei der Gesundheitswerkstatt präsentiert wurden als auch bei der Erprobung dieses gesundheitsfördernden Konzeptes Beachtung finden werden.

©SLfG

Die Vielzahl der Impulse am Werkstattvormittag gab Anlass, um in die gemeinsame Diskussion und Gruppenarbeit zu spezifischen Fragen der Konzeptentwicklung zu gehen. Frau Dr. Böhm (nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung) moderierte den regen Austausch vor allem zu Zielen, Zugangswegen, dem Ablauf sowie relevanten Kooperationspartnern für das Vorhaben präventiver Hausbesuche in zwei Leipziger Stadtbezirken. Das aufsuchende Angebot wurde als eine gute Möglichkeit eingestuft, um einerseits mit einer Art Lotsenfunktion auf vorhandene Angebote und Strukturen der Stadt für Ältere zu verweisen und andererseits auf kommunale Angebotslücken, besonders für benachteiligte Ältere zu reagieren. Die hohe Relevanz des aufsuchenden Ansatzes war bei den Teilnehmenden deutlich zu spüren.

©SLfG

Präventive Hausbesuche sind ein Thema für Sachsen, wie die Empfehlungen im aktuellen Bericht der Enquete-Kommission „Sicherstellung der Versorgung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege älterer Menschen im Freistaat Sachsen“ zeigen. Auch die BAGSO fordert den flächendeckenden Ausbau aufsuchender Angebote, denn Hilfe in den eigenen vier Wänden ist besonders wegen ihrer Niedrigschwelligkeit chancenreich und wirkungsvoll.

Leipzig macht sich auf den Weg. Wenn Sie auch Interesse verspüren, sich über die Interventionsform der präventiven Hausbesuche zu informieren, melden Sie sich gern bei der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Sachsen.

Die Fokusgruppen und die Gesundheitswerkstatt wurden gefördert unter dem Dach der Landesrahmenvereinbarung (LRV) für den Freistaat Sachsen gemäß § 20f SGB V zur Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (PrävG).

©AdobeStock_Peter Maszlen