Zum Hauptinhalt springen Zur Hauptnavigation springen Zur Fußzeile springen

Lebenswelt älterer Menschen

Die Menschen in sächsischen Gemeinden und Städten werden immer älter. Dies wirkt sich seit Jahren auf die gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Bedingungen vor Ort aus. Dies ist ein guter Grund, die Interessen der älter werdenden Menschen zunehmend in den Blick zu nehmen und gesundheitsförderliche Strategien gemeinsam zu stärken.


Aktuelles

NEU: Demenzsportgruppen für zu Hause lebende Menschen mit Demenz in Leipzig

Demenzsportgruppen werden durch die Demenzfachberatungsstelle der Stadt Leipzig initiiert und durch qualifizierte Trainerinnen und Trainer der Rehabilitationssportvereine umgesetzt. Zu Hause lebenden Menschen mit Demenz soll damit der Zugang zu wohnortnahen Bewegungsangeboten ermöglicht werden.

Alle Infos finden Sie im >>Infoblatt<<.


Die Beteiligten der Landesrahmenvereinbarung (LRV) streben eine flächendeckende und bedarfsbezogene Information und Beratung von beteiligten Akteuren im Zielbereich “Gesund im Alter” in Kommunen und Quartieren an.

Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Sachsen mit dem Arbeitsschwerpunkt “Gesund im Alter/Kommune” unterstützt die Strategieentwicklung sowie -umsetzung der LRV. Sie fokussiert dabei besonders das Thema der soziallagensensiblen Gesundheitsförderung.

Vor allem im Alter sind der direkte Wohn- und Lebensort sowie biographische Ereignisse entscheidend. Die meisten älteren Menschen in Sachsen wollen so lange wie möglich selbständig im gewohnten Zuhause leben, über ihre Form der Lebensqualität entscheiden und trotz altersbedingter Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Es gibt in Sachsen bereits gute kommunale Ansätze und vielfältige Ideen, wie ein gutes selbstbestimmtes Älterwerden unterstützt werden kann. Wir bieten an, Sie aus der Perspektive der Gesundheitsförderung und Prävention dabei zu unterstützen.

Kontakt:

Kathleen Dehner
Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit
c/o Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V.
Könneritzstraße 5 | 01067 Dresden

Arbeitsschwerpunkt: Gesund im Alter

Tel.: 0351 501936-55
E-Mail: dehner@slfg.de


Aktivitäten

Das Projekt ‘Präventive Hausbesuche’ (2021)

Der Leipziger Stadtrat gab mit seinem Beschluss vom 22.01.2020 „grünes Licht“ für den Start des Modellprojektes Präventive Hausbesuche (PHB), das in zwei Leipziger Stadtbezirken von 2020–2022 erprobt werden soll. In den beiden Sozialräumen Leipzig-West und Leipzig-Ost sind nun drei Sozialpädagoginnen bei der AWO Leipzig-Stadt e. V. und Mühlstraße 14 e. V. tätig.

Ziel dieses Projektes ist es, ältere Menschen frühzeitig über Angebote zu informieren, die ihre Autonomie fördern, Risiken vermindern, zur Gesunderhaltung beitragen und Einsamkeit abwenden, sowie Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu thematisieren. Dabei steht die Orientierungsberatung zu den Schwerpunktthemen Wohnen, Alltagsaktivitäten, Pflege und Gesundheit im Vordergrund. Für weiterführende Beratungen soll in die bestehenden Hilfesysteme vermittelt werden. Die Stadtverwaltung selbst gewinnt durch diese Gespräche wertvolle Informationen zu tatsächlichen Betreuungs- und Alltagsbedarfen, die wiederum in die kommunale Planung einfließen können.

Ursprüngliche Zielgruppe sind 75-jährige Menschen in den beiden Stadtbezirken. 70-jährige dienen als Vergleichsgruppe. Seit dem 2. Quartal 2021 können alle interessierten Bürger*innen ab 75 Jahre aus den Modellbezirken am Projekt teilnehmen.

Zu ihrem Geburtstag erhalten die Senior*innen ein Glückwunschschreiben, das durch Informationen zu den Präventiven Hausbesuchen ergänzt wird. Dort werden die Kontaktdaten der Sozialarbeiterinnen und Vorschläge für die Beratung, wie ein Hausbesuch, ein Treff im Seniorenbüro oder ein Telefongespräch genannt.

Die Corona-Pandemie erschwerte insbesondere während der Lockdowns die persönlichen Besuche bei den Senior*innen zu Hause. Hier wurde auf Telefonberatungen ausgewichen oder das Treffen ins Seniorenbüro verlegt.

Außer der direkten Ansprache von Jubilar*innen werden vielfältige Möglichkeiten genutzt, über das Projekt generell zu informieren und auch weitere Senior*innen zu erreichen.

Die grundlegende Öffentlichkeitsarbeit erfolgt durch Pressemitteilungen, Flyer und die Website (www.leipzig.de/praeventive-hausbesuche). Parallel dazu wurde die Netzwerkarbeit auf Stadt- und Stadtteilebene intensiviert, indem das Projekt bei den verschiedenen Multiplikatoren (z. B. Pflegekassen, Polizeiliche Beratungsstelle, Ämter der Stadtverwaltung, Seniorenbeirat, Quartiersmanagement, Wohnungswirtschaft, Migrationsfachdienste) vorgestellt wurde. Ebenfalls wurden die Hausärzte, die Kliniksozialdienste und auch Wohnungsgenossenschaften über die Präventiven Hausbesuche informiert, um auf diesen Wegen interessierte Bürger*innen direkt zu erreichen.

Ein Informationsblatt in sieben Sprachen mit Kurzinformationen zum Projekt hilft dabei, Menschen mit Migrationshintergrund anzusprechen.

Das GKV-Bündnis ist Förderer dieses dreijährigen Modellprojektes, in welchem die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC Sachsen), Bereich Gesund im Alter, eines von elf Mitgliedern des Qualitätszirkels ist. Dieser dient zur regelmäßigen Unterstützung und Weiterentwicklung des Projektes.

Auf der 3. Fachkonferenz Prävention und Gesundheitsförderung am 24. Juni 2021 stellte die Projektkoordinatorin Frau Kluge (Sozialamt Leipzig) das Projekt im Fachforum: „Gesund im Alter mit Präventiven Hausbesuchen in Leipzig: Erprobung einer aufsuchenden Beratungsform, um soziale Ungleichheit zu mindern und Lebensqualität zu verbessern“ vor.

Im Oktober 2021 führte die KGC im Bereich Gesund im Alter auf Initiative von Frau Kluge ein digitales Austauschtreffen zur Umsetzung Präventiver Hausbesuche mit anderen Vertreter*innen von zehn Kommunen aus ganz Deutschland durch. Sie tauschten sich zu verschiedenen Themen, z. B. den Zugang zur Zielgruppe, angesprochene Altersgruppen, die Erreichbarkeit von Menschen mit Migrationshintergrund, gelingende Öffentlichkeitsarbeit und Datenschutz aus. Dieses erste Treffen wurde als sehr gewinnbringend erachtet und zeigte eine Bandbreite an unterschiedlichen Erfahrungen und Modellen in den einzelnen Kommunen. Ein Folgetreffen ist im kommenden Jahr angedacht.

Den Flyer zum Projekt Präventive Hausbesuche können Sie hier einsehen. 

Zweisprachige Online-Veranstaltung mit dem Projekt „Aktive Senioren“ (2021)

Am 11. und 12. Mai 2021 fanden in Kooperation mit dem deutsch-polnischen Projekt „Aktive Senioren“ des Internationalen Begegnungszentrums (IBZ) St. Marienthal (Landkreis Görlitz) und dem Projektpartner Agentur KARR (Karkonoska Agencja Rozwoju Regionalnego S.A.) aus Jelenia Góra zwei Online-Halbtagesveranstaltungen mit 28 Senior*innen aus beiden Ländern statt.

Ziel des 2019 gestarteten, grenzübergreifenden Projektes mit 50 deutschen und 50 polnischen Senior*innen ist die Erweiterung ihrer interkulturellen und digitalen Kompetenzen. Nach Abschluss dieses Projektes sollen die Teilnehmenden befähigt sein, ehrenamtlich und selbst organisiert kleine Touren, Spaziergänge etc. für andere Senior*innen im jeweiligen Nachbarland zu organisieren.

weitere Infos finden Sie >>HIER<<

Dialogforum und Ausstellungsbesichtigung “Was heißt schon alt?” (2019)

Im Rahmen einer regionalen Veranstaltung unter dem Dach der Landesrahmenvereinbarung (LRV) für den Freistaat Sachsen lud am 10. September 2019 der Caritasverband für das Dekanat Meißen e. V. ins Café Courage in Döbeln ein. Bei einem gesunden Frühstück hatten u. a. Pflegebedürftige, pflegende Angehörige, freiwillig in der Seniorenarbeit Engagierte und Auszubildende im Bereich der Altenpflege die Gelegenheit zusammenzukommen und miteinander zum Thema „Altersbilder“ in Dialog zu treten.

Die Wanderausstellung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Was heißt schon alt?“ gab Anlass, sich ein differenziertes Bild vom Altern zu machen und eigene Erfahrungen zu teilen. Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Sachsen „Gesund im Alter“ begleitete die Veranstaltung und sensibilisierte zum Thema Gesundheitsförderung im Alter. Ein reger Austausch entstand, wobei vor allem die Themen Bewegungsförderung, Stärkung von Generationenbeziehungen sowie die zahlreichen Potentiale des Alters in den Blick genommen wurden. „So etwas habe ich lange nicht mehr erlebt“, äußerte der älteste Teilnehmer der Runde.

Die Wanderausstellung ‚Was heißt schon alt?‘ fand regen Zuspruch ©SLfG

Der Vormittag wurde mit dem Kennenlernen der E-Rikscha des Projektes „Gemeinschaft erfahren“ des Caritasverbandes für das Dekanat Meißen e. V. abgerundet. Das Projekt verschränkt die Themen ehrenamtliches Engagement und Mobilität im Alter miteinander und ermöglicht auf innovative Weise gesellschaftliche Teilhabe.

Die E-Rikscha des Projektes ‚Gemeinschaft erfahren’ ©SLfG

Weitere Informationen zum Projekt „Gemeinschaft erfahren“ auch unter: www.demografie.sachsen.de/gemeinschaft-erfahren-9194.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Veranstaltung wurde gefördert unter dem Dach der Landesrahmenvereinbarung für den Freistaat Sachsen
gemäß § 20f SGB V zur Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention.

Leipzig geht mit gutem Beispiel voran – Gesundheitswerkstatt zu präventiven Hausbesuchen für ältere Menschen (2019)

Im Kontext der kommunalen Gesundheitsförderung für ältere Menschen in Leipzig haben sich am 13. Mai 2019 Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitsamtes, des Sozialamtes, der Seniorenhilfe, der Altenarbeit und Mitglieder des Seniorenbeirates, die Leipziger Seniorenbeauftragte sowie weitere relevante Akteure zur Gesundheitswerkstatt „Gesund im Alter mit präventiven Hausbesuchen“ zusammengefunden.

©SLfG

Das Konzept der präventiven Hausbesuche, was das lebenswerte Altern zu Hause in den Mittelpunkt stellt, ist dabei nicht neu. Neben zahlreichen Studien zur Wirksamkeit präventiver Hausbesuche aus Deutschland (u. a. Pflegeforschungsverbund Mitte-Süd, Deutsches Institut für Pflegeforschung e. V.) und aus anderen Ländern, gibt es unterschiedlichste praktische Ansätze in Deutschland. Der präventive Hausbesuch soll modellhaft in zwei Leipziger Stadtbezirken ab 2020 erprobt werden. Ältere Menschen sollen damit frühzeitig erreicht und informiert werden. Mit vorsorgender Beratung und Vermittlung zielt dieses Angebot darauf ab, die Autonomie älterer Menschen zu fördern, Stürze zu vermeiden, ihre Selbstpflegekompetenzen zu stärken sowie Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu thematisieren. Hausbesuche liefern wertvolle Informationen zu Betreuungs- und Alltagsbedarfen, welche wiederum in die kommunale Planung einfließen können.

Seit dem Leipziger Stadtratsbeschluss vom November 2018 trifft sich regelmäßig eine Steuerungsgruppe zur Konzept-
entwicklung eines Pilotprojektes zu präventiven Hausbesuchen, welches die Themenfelder Gesundheit, Wohnen, Pflege und Alltagsaktivitäten integrieren soll. Um den bisherigen Planungsstand mit den Expertinnen und Experten der Lebenswelt älterer Menschen zu teilen und fachlich zu erweitern, wurde gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Sachsen zu einem Arbeitstreffen im Leipziger Sozialamt eingeladen. Die Gesundheitswerkstatt bot Einblick in die Umsetzung präventiver Hausbesuche in Ulm und München und lieferte spannende Erkenntnisse einer Interventionsstudie aus Leipzig/Halle. Auch die WOGETRA teilte ihre Erfahrungen zu Hausbesuchen mit den Teilnehmenden.

Im Sinne einer partizipativen Strategie wurden federführend von der Koordinatorin des Leipziger Gesunde Städte-Netzwerkes im April bereits zwei Fokusgruppengespräche mit älteren Menschen in Leipziger Seniorenbüros umgesetzt. Sie kamen zu ihren Anliegen und Vorstellungen bezüglich präventiver Hausbesuche ins Gespräch und gaben damit elementare Perspektiven aus der Sicht der Zielgruppe wieder, die sowohl bei der Gesundheitswerkstatt präsentiert wurden als auch bei der Erprobung dieses gesundheitsfördernden Konzeptes Beachtung finden werden.

©SLfG

Die Vielzahl der Impulse am Werkstattvormittag gab Anlass, um in die gemeinsame Diskussion und Gruppenarbeit zu spezifischen Fragen der Konzeptentwicklung zu gehen. Frau Dr. Böhm (nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung) moderierte den regen Austausch vor allem zu Zielen, Zugangswegen, dem Ablauf sowie relevanten Kooperationspartnern für das Vorhaben präventiver Hausbesuche in zwei Leipziger Stadtbezirken. Das aufsuchende Angebot wurde als eine gute Möglichkeit eingestuft, um einerseits mit einer Art Lotsenfunktion auf vorhandene Angebote und Strukturen der Stadt für Ältere zu verweisen und andererseits auf kommunale Angebotslücken, besonders für benachteiligte Ältere zu reagieren. Die hohe Relevanz des aufsuchenden Ansatzes war bei den Teilnehmenden deutlich zu spüren.

©SLfG

Präventive Hausbesuche sind ein Thema für Sachsen, wie die Empfehlungen im aktuellen Bericht der Enquete-Kommission „Sicherstellung der Versorgung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege älterer Menschen im Freistaat Sachsen“ zeigen. Auch die BAGSO fordert den flächendeckenden Ausbau aufsuchender Angebote, denn Hilfe in den eigenen vier Wänden ist besonders wegen ihrer Niedrigschwelligkeit chancenreich und wirkungsvoll.

Leipzig macht sich auf den Weg. Wenn Sie auch Interesse verspüren, sich über die Interventionsform der präventiven Hausbesuche zu informieren, melden Sie sich gern bei der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Sachsen.

Die Fokusgruppen und die Gesundheitswerkstatt wurden gefördert unter dem Dach der Landesrahmenvereinbarung (LRV) für den Freistaat Sachsen gemäß § 20f SGB V zur Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (PrävG).

©AdobeStock_Peter Maszlen